Dass Negroamaro längst internationales Qualitätsformat erreicht und trotzdem seinen eigenen Charkater behalten hat, zeigte sich auch beim Premio Negroamaro am 23. Juli 2004 in Lecce. Und damit bietet diese vor einigen Jahren international kaum bekannte Sorte eine wunderbare Alternative. Sie steht stellvertretend für viele autochtone Sorten, die mit authentischem Charakter der Einheitswelt von Cabernet-Sauvignon, Merlot und Shiraz die Stirn bieten kann.
Einige der Winzer sind seit Jahren sehr erfolgreich und haben beim Premio stets die Nase vorn. Dazu gehört auch Gino Vallone vom Weingut Valle dellAsso. Sein 2000er Piromafo stand im vergangenen Jahr auf dem Siegertreppchen ganz oben und der 2001er wurde in diesem Jahr mit dem zweiten Preis prämiert. Dass dabei ein Wein ganz vorne steht, der nicht im modischen Barriquestil ausgebaut wurde sondern im großen, neuen Eichenfass überrascht umso mehr. Gleichzeitig wird auch klar, dass Holzcharakter nicht immer die Antwort auf die Frage nach großen Weinen ist.
Der Name Piromafo, wen mag es verwundern, stammt aus dem griechischen. Dort bedeutet er soviel wie Feuerbekämpfer oder ˆ modern ausgedrückt - Feuerwehrmann. In Apulien wird mit diesem Namen eine Bodenart bzw. ein Gestein bezeichnet das perfekte isolierende Eigenschaften hat. Beim Hausbau wird es deshalb oft verwendet und hält perfekt die sommerliche Hitze draußen und schafft im Innern ein kühles Klima, ganz ohne Klimaanlage.
Auf drei Hektar in der DOC Galatina stehen die Negroamaro-Reben für den Piromafo. Die Produktion erreicht in besten Jahren maximal 30.000 Flaschen. Die Trauben werden nach der Ernte mit Reinzuchthefen vergoren und mazerieren anschließend auf den Schalen. Insgesamt dauert die Vinifikation 15 Tage. Zwölf Monate reift der Wein im Stahltank und wird für acht Monate in großen Eichenfässern weiter verfeinert. Nach einer zusätzlichen Lagerzeit von sechs Monaten auf der Flasche kommt der Wein in den Handel.
Der 2000er präsentiert sich mit einer dichten, kraftvollen, granatroten Farbe, die immer noch einen leicht violetten Schimmer zeigt. Der Duft ist intensiv und erinnert an marinierte Feigen, frische Pflaumen und reife Schwarzkirschen. Mit etwas Sauerstoffkontakt entwickeln sich sehr komplexe mineralische Komponenten, die etwas an Feuerstein erinnern. Später gesellen sich Aromen von fein gegerbtem Leder, sowie dezenten Veilchennoten und milden Gewürzen wie Vanille und Gewürznelken hinzu. Am Gaumen sind die Gewürzkomponenten im Vordergrund und erinnern an Kardamom, Vanille und Gewürznelken. Opulente Frucht ist im Hintergrund präsent. Feine mineralische Noten geben dem Wein mehr Komplexität und Tiefe. Ein wunderbares Beispiels, dass große Weine auch ohne Barrique bestehen können.
Übrigens benötigt der Wein etwas Luft, um sich voll zu entfalten. Eine halbe Stunde vor dem Genuss sollte er deshalb dekantiert werden.
Bezugsquelle: FuB, Tel.: 0221-9259300, EVP: ca. 18,-- EUR
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