Der Wein des Monats · Archiv · Verkostungsnotizen



Jugendlich und frisch

Echte (Neu-) Entdeckungen sind doch oft mit alten Familientraditionen verbunden. In den tiefen Felsenkellern der Weinkellerei Kössler in St. Pauls wird dies deutlich. Und wenn der Besucher dann auch noch das Glück hat, von Rosemarie Kössler persönlich geführt zu werden, kann er sich dem Charme dieses Ortes kaum entziehen. Geistreich und informativ führt die Winzerin, eine veritabel "Grande Dame" des Weines, nicht nur durch die Gewölbe, sondern auch durch die Geschichte des alten Weinguts. Hier gilt: „Tradition heißt nicht die Asche aufzubewahren, sondern das Feuer am brennen zu halten.“ Lebendig zeigt sich hier die Weinkultur, sowohl im Stil der Weine, als auch in der Gestaltung einiger Etiketten, wie z.B. beim „Ebner". Was auf den ersten Blick fast wie ein Hundertwasser aussieht, entpuppt sich bei genauer Betrachtung als Werk von Rosemarie Kössler.
Übrigens: Das Etikett meines Weintipps ist klassisch gestaltet.
2001 Südtiroler Terlaner Weißburgunder DOC "Spiegelleiten", Wein- und Sektkellerei Kössler, St. Pauls

Als idealer Wein für den Spätsommer beweist sich dieser Terlaner Weißburgunder. Die Farbe ist von hellem Gelb geprägt, das leicht von grünlichen Reflexen durchwoben ist. So stimmt schon die Farbe auf ein jugendlich-frisches Erlebnis ein. Der Duft ist intensiv und komplex, erinnert an Holunderblüten, feine Limonenaromen und einen Hauch von Grapefruit. Die dichten floralen und fruchtigen Komponenten verdecken jedoch nicht eine feingliedrige mineralische Struktur, die sich am Gaumen noch deutlicher zeigt. Hier werden die Aromen des Duftes noch einmal spürbar. Ein Wein mit Dichte und Länge, der sich trotzdem seine Frische erhalten hat. Ein herrlicher Genuss.


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