Der Wein des Monats · Archiv · Verkostungsnotizen



2001 Dézaley "La Borne" Grand Cru, Testuz

Als die Zisterzienser Mönche im frühen Mittelalter den Felsvorsprung des Dézaley vom Bischoff von Lausanne als Geschenk erhielten, konnte sich niemand vorstellen, dass dort einmal Wein wachsen würde. Doch in über einhundertjährigen Arbeit schlugen die Mönche Terrassen aus dem Felsen, bauten Stützmauern und schufen eine der bedeutendsten Weinbergslagen der Welt.

Drei Sonnen, so behauptet man, habe dieser Weinberg. Zum einen die Sonne, die in die steilen Hänge und Terrassen direkt einfällt. Als zweite Sonne fungiert die Reflexion durch den Genfer See, der zum einmaligen Mesoklima dieser Region beiträgt. Und die dritte Sonne stellen hunderte von Stützmauern und der steinige Boden dar, denn diese fangen tagsüber die Wärme ein und strahlen sie in kühlen Nächten an die Reben ab.
Dass diese große Tradition jedoch nicht als Bürde empfunden wird, zeigt sich im Dézaley "La Borne" von Testuz. Die Chasselas-Traube hat hier wie bei allen weißen Dézaley die Grundlage geschaffen. Die reifen Früchte wurden schonend gekeltert und dann vergoren, wobei hier nicht das klassische große Gebinde zum Einsatz kam. Die Gärung und die anschließende, Monate lange Reifung, wurde in kleinen französischen Eichenfässern, den Barriques, durchgeführt.

So wurde ein beeindruckender Wein erzeugt, der eine helle, leuchtend gelbe Farbe mit zarten Goldreflexen hat. Der Duft ist geprägt von Anklängen von Holunderblüten und reifen Äpfeln, sowie eleganten Röstaromen. Und obwohl man der Rebsorte Chasselas so gar nicht zutrauen will, dass sie das neue Holzfass gut tragen könnte, sind die Barriquearomen sehr fein integriert. Der Geschmack ist elegant, hat runden Schmelz und eine zarte Säure und die Aromen des Duftes wiederholen sich im langen Abgang des Weines.


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