Der Wein des Monats · Archiv · Verkostungsnotizen


Château La Vernède


Das Weingut Château la Vernède kann auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurückblicken. Schon im 1. Jahrhundert nach Christus errichtete ein Römer namens Caissus ein Landgut an der Stelle, wo heute die Domäne steht. Griechen, Römer und Gothen haben ihre Spuren auf dem 150 ha großen Besitz hinterlassen und so kann man dort eine römische Steinkelter, ebenso wie zahlreiche Münzfunde und Artefakte bestaunen.

Die vorteilhafte Lage im Zentrum des Languedoc bietet aber nicht nur historischen Funden, sondern auch Weinreben eine ideale Heimstätte. Das hervorragende Terroir der 50 ha umfassenden Weinberge birgt die Grundlage für erfolgreichen Weinbau. Dies haben auch Jean-Marc Ribet und seine Frau Patricia erkannt, die bereits in der 5. Generation das Weingut betreiben.

Zwei Weine möchte ich Ihnen heute vorstellen, die exemplarisch für die Domäne sind:

2004 Côteaux du Languedoc, Château La Vernède
Diese Cuvée aus Grenache, Syrah, Carignan und Mourvèdre präsentiert sich in einem dichten Purpurrot mit violetten Reflexen und fast schwarzem Kern. Der Duft ist kraftvoll und die Aromen erinnern an Vanille, Zimt, Tabak und dezent an Rauch, im Hintergrund untermauert von Noten die in Richtung Krischfrucht, Pflaumen und würzigem Holunder gehen. Am Gaumen ist das Mundgefühl gut ausgeprägt und der Wein zeigt eine angenehme, mittlere Länge sowie feine Holzwürze, einen Hauch Kakao und dezente Frucht. Die Tannine sind deutlich ausgeprägt, ebenso der Alkohol, wobei sich die beiden Komponenten gut ergänzen.

2004 Cuvée Caecilia, Côteaux du Languedoc, Château La Vernède
Dies ist in der Tat der ≥Grand Vin„ des Gutes und auch hier wurden die Rebsorten Syrah, Carignan, Grenache und Mourvèdre verwendet. Allerdings bringen die bis zu 60 Jahre alten Rebstöcke, sowie die niedrigen Erträge von 30hl/ha und die schonende Verarbeitung mit anschließendem 14-monatigem Ausbau in Barriques aus Allier-Eiche, noch mehr Komplexität und Tiefe. Die dichte, fast tintenschwarze Purpurfarbe mit violetten Reflexen verspricht schon viel. Dieses Versprechen wird vom Duft gehalten, der sich mit feinen Röstaromen, Schokoladennoten, einem Hauch Kakao, dezenten Vanillenoten und milden Gewürzanklängen präsentiert. Die Fruchtkomponenten in Richtung von Kirsche und dunklen Pflaumen geben dem Wein einen besonderen Charakter, der fast an Bordeaux denken lässt. Am Gaumen ist dieser Wein opulent mit perfekt eingebundenen, kraftvollen und reifen Tanninen, hervorragender Länge und einem sehr vielschichtigen Aromenspiel.

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