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Der Wein des Monats
· Archiv · Verkostungsnotizen
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Wachgeküsst:
Weine aus Südafrika
Das Land ist aus seinem jahrelangen Dornröschenschlaf
erwacht, wachgeküsst durch das Ende der Apartheid und
beherzte Winemaker. Was kaum einer weiß: Das attraktive
Weinland am Kap ist eines mit langer Tradition und bewegter
Vergangenheit. Hier sind viele der großen Weingüter
älter als jene berühmten aus Bordeaux.
Südafrika: Das Land im Aufbruch, das Land mit steigender
Nachfrage nach Wein, das Land, das jedes Jahr eine Milliarde
Liter exportiert und das Land, in dem Wein ein wichtiger Wirtschaftsfaktor
ist. Und auf eine lange, abenteuerliche Geschichte zurück
blickt: 1652 war es, als niederländische Söldner
am Kap der Guten Hoffnung an Land gingen, um im Auftrag der
Holländischen Ostindischen Kompanie eine Verpflegungsstation
an der Gewürzroute einzurichten. Da die Voraussetzungen
für Weinbau günstig zu sein schienen, orderte der
Kommandant und ehemalige Schiffsarzt Jan van Riebeeck aus
Europa Rebstecklinge, galt Wein doch damals auch als wirksames
Mittel gegen Skorbut. Anfang Februar 1659 sollen die ersten
Trauben gepresst worden sein. Die Grundlage für große
Klassiker war gelegt.
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Auch in diesem Monat möchte ich Ihnen gerne Weine zwei Weine
aus Südafrika vorstellen, die an sich nicht unterschiedlicher
sein können und doch beide das Weinland am Kap repräsentieren.
1997 "Paul Sauer", Stellenbosch, Kanonkop Estate
"Paul Sauer" ist eine Cuvée klassischer Rebsorten,
wie man sie auch in Bordeaux finden kann. Auf Granitböden sind
die über 30 Jahre alte Reben gewachsen, die das Traubenmaterial
für diesen Spitzenwein liefern. Die Erträge sind sehr
niedrig, es werden nur 26 hl pro Hektar produziert und dies bedeutet
eine hohe Konzentration von Aromen. Unterstützt durch eine
längere Mazerationszeit, eine offene Maischegärung und
einen Ausbau in französischen Barriques über 25 Monate
ist ein Wein entstanden, in dem sich Eleganz, Tiefe und Komplexität
zu einer perfekten Einheit verbindet. Aromen von feinstem Tabak,
würzigem Zedernholz und feingegerbtem Leder werden von einer
dichten Frucht getragen. Ein Weinstil, der dem von "good old
Europe" schon sehr nahe kommt.
1999 "Fusion Five", Stellenbosch, de Toren Estate
Übersetzt bedeutet der Name so viel wie Latour oder Turm. Der
Name der Cuvée ist Programm: Aus allen fünf Bordeaux-Sorten
- Cabernet-Sauvignon, Cabernet-Franc, Merlot, Petit Verdot und Malbec
- wird ein großartiger Wein produziert, der auch in einer
Blindprobe moderner Spitzenweine aus Bordeaux bestehen könnte.
Seine Farbe ist von tiefem Purpur mit einem fast schwarzen Kern.
Der Duft verbindet Aromen reifer Früchte wie Cassis, Brombeeren
und Pflaumen mit würzigen Anklängen von Vanille und Zimt.
Am Gaumen ein dichter, opulenter Wein mit viel Kraft, der trotz
seiner Konzentration eine ausgezeichnete Eleganz mitbringt. Ein
großartiges Beispiel des modernen Klassikers aus Südafrika.
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