Aus dem Dornröschenschlaf erwachte das Weingut mit dem Jahrgang 2006. Eine neue Pächtergesellschaft hat seither in den Stiftsweinbergen das Sagen und mit der Verpflichtung von Fritz Miesbauer, der auch das Weingut der Stadt Krems leitet, einen ausgezeichneten Fachmann an der Hand. Er trägt die Verantwortung für die Betreuung der Weinberge, die Vinifizierung und Vermarktung der Weine. Und mit der 2007er Kollektion hat er das Potenzial der vornehmlich im Kremstal gelegenen Weinberge beeindruckend herausgearbeitet. Ausschließlich die beiden traditionellen Sorten Grüner Veltliner und Riesling werden gekeltert. „Göttweiger Weine sollen für die schönsten und klassischsten Tugenden des Österreichischen Weißweines stehen. Blitzsaubere kühle Frucht, viel Frische und feingliedrige Struktur am Gaumen“, so Fritz Miesbauer. Um dieses Ziel umzusetzen ist nicht nur eine intensive Arbeit im Weinberg notwendig, sondern auch die schonende Verarbeitung der Trauben und eine Spontanvergärung mit den weinbergseigenen Hefen, die diesen erlesenen Tropfen ihren unvergleichlichen Charakter verleihen.
Das Potenzial zum großen Star hat ein Wein aus der Spitzenlage Gottschelle: 2007 Grüner Veltliner „Himmlisch“, Kremstal DAC Reserve, Weingut Stift Göttweig. Ein ganz besonderer Veltliner, dessen extrem reife Trauben am 16. November 2007 gelesen und anschließend während 41 Stunden auf der Maische vergoren wurden. Nach dem schonenden Keltern gärte der Most bis zum 6. Januar 2008, mit einem Ergebnis, das mehr als überzeugend ist. Eine leuchtend gelbe Farbe und leicht grünliche Reflexe funkeln im Glas. In die Nase steigen verführerische opulente Aromen sowie eine sehr kraftvolle Frucht, die an reife Marillen, saftige Pfirsiche und einen Hauch exotischer Frucht wie Ananas erinnert. Ergänzt werden diese voll reifen Fruchtnoten durch fein würzige Komponenten, Anklängen von sehr feinem Zigarrentabak und einer ausgeprägten Mineralität. Am Gaumen setzt sich diese Mineralität fort und prägt einen fast salzigen Geschmack, der die Opulenz des Weines gut zügeln kann. Die feine Säure und ein hoher Extraktgehalt sind weiterhin Garanten für eine lange Lebensdauer, auch wenn der Wein schon heute, beispielsweise zu feinen asiatischen Gerichten oder zur feinen Küche Österreichs, einfach himmlisch schmeckt.
Dass Tradition auch Innovation bedeuten kann und dass Lebensfreude auch heute noch ihren Platz im Alltag hat, stellt das barocke Benediktinerstift mit seinem Weingut eindrucksvoll unter Beweis.
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