Der Wein des Monats · Archiv · Verkostungsnotizen


Trias - der Terroir-Club


Trias, auf den ersten Blick vermutet man dahinter lediglich ein erdgeschichtliches Zeitalter. Doch Trias ist mehr, besonders in Franken, wo sich fünf Spitzenwinzer zu einem kleinen, feinen Club zusammengeschlossen haben. Zwei Dinge stehen im Vordergrund: das Streben nach kompromissloser Qualität und die Reben, die auf Bodenformationen des Trias stehen. Die fünf nachfolgenden Weine sind qualitativ hervorragend und beweisen, das Terroir ein Konzept sein kann, das Qualität und Originalität fördert. Welche der Komponenten des Terroirs in diesem Konzept am deutlichsten Einfluss hat, Boden, Kleinklima, Wasserhaushalt, Exposition, Rebe oder der Winzer, sei einmal ausgeblendet. Doch ohne den unbedingten menschlichen Willen, der Natur das Beste abzuringen, hätten diese Weine nie das Licht der Welt erblickt.


2005 Randersackerer Pfülben Riesling Spätlese trocken, Großes Gewächs, Schmitts Kinder

Ein Klassiker mit hellem Gelb und leicht grünlichen Reflexen. Der Duft zeigt eine reife, satte Frucht im Hintergrund unterlegt mit leichten, feinen kräuterwürzigen Noten. Die Fruchtaromen erinnern an saftige Mango, exotische Passionsfrucht oder dezent an reife Aprikosen. Am Gaumen prägen eine sehr gute Länge, eine fein eingebundene Säure und ein kraftvoller Typus mit viel Schmelz diesen klar differenzierten Wein.



2005 Homburger Kallmuth Riesling Spätlese trocken, Großes Gewächs, Fürst von Löwenstein

Helles Gelb mit leicht grünlichen Reflexen, so präsentiert sich der Wein aus Frankens ≥exotischster„ Lage im Glas. Typisch für den Kallmuth ist die in jungen Jahren noch verschlossene Nase, die sich nur mit viel Sauerstoff und sehr gemächlich öffnet, dann aber an feine Aprikosen und reife Pfirsiche erinnert. Am Gaumen prägen der feine Schmelz, eine klare Frucht, sowie leichte kräuterwürzige Noten diesen besonderen Weine mit hervorragender Länge.


2005 Bürgstadter Centgrafenberg Riesling Spätlese trocken, Großes Gewächs, Fürst

Die Farbe zeigt ein leicht satteres Hellgelb mit leicht grünlichen Reflexen. In der Nase überzeugt er mit einer feinen mineralischen und leicht pflanzlichen Note, feine Frucht in Richtung Aprikose, Apfel und leichte Zitrusnoten. Am Gaumen satte Mineralität und feine Frucht, sehr gute Länge mit perfekt eingebundener Säure.


2005 Iphöfer Julius Echter Berg Riesling Spätlese trocken, Großes Gewächs, Ruck

Jungendlich und frisch, dies suggeriert schon die satte, hellgelb Farbe mit leicht grünlichen Reflexen. Doch das Bild täuscht, sind doch die Aromen sehr opulent angelegt und erinnern an Mango und Passionsfrucht, sowie etwas Papaya. Damit die Aromen jedoch nicht zu exotisch wirken, bildet die feine Mineralität ein gutes Gegengewicht. Auch am Gaumen ist diese Mineralität mit fast salziger Frische zu spüren, wobei der Wein in seinem lang anhaltenden Finale klare Fruchtaromen zeigt.


2005 Randersackerer Sonnenstuhl, Silvaner Spätlese trocken, Störrlein

Dass nicht nur Riesling großartig auf dem Trias gedeiht, sondern auch Silvaner, beweist das Weingut Störrlein mit einem hellgelben Wein, der von leicht grünlichen Reflexen durchwoben ist. Der Duft mit saftiger, reifer Frucht, erinnert an gelbe Früchte, aber auch dezent an gebrannte Mandeln, wobei eine reife Mineralität den Wein balanciert. Am Gaumen präsentiert sich ein Silvaner par excellence, mit feiner Struktur, komplex und dicht mit viel Frucht und einer hervorragenden Länge.



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