Verkostungsnotizen
2004 - Ein Jahrgang mit Überraschungen? Schon im Vorfeld wurde eifrig spekuliert, dass im Jahrgang 2004 wohl die Stunde des Merlots schlagen würde. Es gibt sicherlich einige sehr überzeugende Weine aus der Hauptrebsorte der Region um Saint-Emilion und Pomerol, doch auch die Cabernet-Sauvignon betonten Weine konnten teils erstaunliche Qualitäten zeigen. So ergibt sich erneut das Bild eines eher heterogenen Jahrgangs, in dem das Können der einzelnen Winzer gefragt war. Qualitativ überzeugen können eine ganze Reihe von Gewächsen aus Saint-Emilion, Pomerol hat nach dem schwierigen Jahrgang 2003 Positives zu präsentieren. Sehr gute Weine wurden auch in den Spitzenbetrieben der Médoc-Region erzeugt. Überraschend in der Verkostungswoche vom 23. bis 27. Mai präsentierten sich jedoch die Cru Classés aus den Graves. Hier gibt es, sowohl bei den Weißweinen als auch bei den Rotweinen, erstklassige Entdeckungen zu machen. Lediglich die Botrytis-Weine konnten nicht in der Gesamtheit überzeugen. Nicht allen ist es gelungen, neben einem üppigen Zuckergehalt auch die Säure zu sichern. Doch wer sucht, kann auch im Sauternais und in Barsac gute Weine finden.
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