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Die Story des Monats
· Archiv
PORTWEIN:
Keine Krone für die Engländer
Wer hätte das gedacht: Den Portwein haben die Engländer
gar nicht erfunden. Diese Krone wird ihnen noch immer zu Unrecht
aufgesetzt. Aber sie haben sich eines Rezeptes bedient, das
Arnoldus de Villanova entwickelt hatte und damit den Portwein
groß" gemacht. Der Alchimist und Arzt, der
später als Leibarzt von Papst Clemens V in Avignon zu
einiger Berühmtheit gelangte, hatte bereits im Jahr 1299
ein Patent vom König von Mallorca und Aragon erhalten,
das ihm erlaubte, gärenden Wein mit Weinbrand zu versetzen.
Dadurch wurde die Gärung gestoppt, die Süße
des zum Teil noch unvergorenen Weines konnte erhalten bleiben
und durch den relativ hohen Alkoholgehalt blieb der Wein auch
noch stabil.
Zurück zu den Engländern: In der zweiten Hälfte
des 17. Jahrhunderts hatten sie aufgrund ihrer privilegierten
Beziehungen mit Portugal begonnen, die dortige Weinwirtschaft
zu entwickeln. Die Folge: Portwein wurde das Modegetränk
der feinen Londoner Gesellschaft.
Der beliebte, alkoholreiche rote oder weiße Likörwein
trägt seinen Namen nicht nach seiner Heimat, sondern
er ist nach dem Hafen, von dem aus er auch heute noch in alle
Welt verschifft wird, benannt. Seit Jahr und Tag wird er in
den Kellereien von Vila Nova de Gaia produziert, einem kleinen
Ort, der gegenüber von Porto (daher hat der Wein auch
seinen Namen) liegt.
Das Anbaugebiet, der Duoro, beginnt 100 Kilometer flussaufwärts
im Landesinnern und erstreckt sich von Régua, einem
kleinen Städtchen 100 Kilometer weiter im Landesinnern,
bis zur spanischen Grenze. Diese Gegend gilt als eine der
imposantesten, intensivsten und wildesten Weinlandschaften
der Welt. Ein entlegener Landstrich, in dem Esel und Maultier
noch immer die besten Transportmittel zu sein scheinen und
Trauben noch immer über ein, zwei Kilometer auf dem Rücken
zum nächsten befahrbaren Weg getragen werden müssen.
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